Etosha – „Roarr“

Es ist jetzt bereits eine Woche her, das ich mit vier weiteren Hostelbesuchern zu einer Tour nach Etosha aufgebrochen bin. Etosha bedeutet „großer weißer Platz“, was sich vor allem auf die Etosha Pfanne bezieht, den Boden eines ehemaligen Sees, der sich über 4.000 Quadratkilometer erstreckt. Die Pfanne liegt im über 22.000 Quadratkilometer großen Etosha Nationalpark im Norden Namibias. Die beste Chance, um einen Blick auf vier der Big 5 – Elefanten, Nashörner, Löwen und Leoparden – zu erhaschen. Letzteren hatte ich ja bereits beim Game Drive an meinem zweiten Tag in Namibia zu sehen bekommen. Gut für mich, denn in Etosha selbst zeigte er sich uns nicht.

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Sonnenuntergang im Etoscha Nationalpark.
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Hungrige Giraffe.
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Springbock- und Zebraherde.

Genrell hatte wir leider ein wenig Unglück mit dem Wetter, denn starke Regenfälle in den Tagen vor unserem Besuch sorgten dafür, dass die Tiere es schlicht und einfach nicht nötig hatten zum trinken an eines der großen und oft campnahen Wasserlöcher zu kommen. Pech für uns, denn die Suche nach den wirklich großen Tieren sollte erfolglos bleiben. Das bedeutete für uns keine Elefanten und keine Nashörner. Schade, aber nicht zu ändern.

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Springbock.
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Zebra.
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Giraffe.

Die Regenfälle hatten nicht nur große Wasserlöcher auf den Schotterstraßen hinterlassen, sondern einige gänzlich unbefahrbar gemacht. Unser Guide Victor, sein Assistent und wir fünf waren auch nicht im luxuriösen 4×4 unterwegs, sondern in einem ganz normalen Minivan inklusive Anhänger für Gepäck und Campingausrüstung, aber über die Tücken ohne Allrad unterwegs zu sein später mehr…

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Verfahrene Situation…
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Afrikanischer Strauß.
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Kudu.

Mein persönlich größtes Problem bei diesem Trip waren die zwei Mädels, die mit dabei waren. Noch keine 20 Jahre alt, aus gut behütetem Haus und unterwegs zu ihrem ersten Campingerlebnis. Das konnte eigentlich nur etwas werden… Nachdem wir die etwa 400 Kilometer aus der Hauptstadt Windhoek zurückgelegt hatten, während denen es für die beiden eigentlich bereits dauerhaft irgendeinen Grund zum nörgeln gab – Gott sei Dank hatte ich dieses Mal Kopfhörer dabei –  sollte es erst richtig losgehen. Stellt euch einmal vor, in so einem Camp gibt es Käfer, Mäuse, sonstige Insekten und noch gaaanz viele andere wilde Tiere – Überraschung! 🙂 Naja, nachdem sie Dank einer Maus einmal den gesamten Campingplatz zusammengeschrien hatten, wurden die Gemüter doch etwas ruhiger. Das Zelt teilten sie sich aber aus Angst zu dritt – damit es sich für den Löwen dann auch lohnt! 😉 Gut für mich und unseren einzigen männlichen Mitreisenden, denn wir zwei hatten nun schön jeder ein Zelt für sich. Das bedeutete Platz und Ruhe. Perfekt!

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Upsi 🙂
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Hyäne & Geier.
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Zebraherde am Straßenrand.
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Oryxantilope.

Am kommenden Tag ging es für uns nach dem Frühstück und dem Abbau der Zelte direkt in den Park und auf die Suche nach allem was sich da so tummelt. Doch dieser Tagesbeginn sollte sich zunächst schwierig gestalten. Beim umfahren einer großen Pfütze fuhr sich unser Guide schön im durchnässten Boden fest… Halb so schlimm, denn schließlich waren wir genügend Leute zum schieben. Nach dem wir uns aus Loch Nummer eins befreit hatten, sollte uns ein weiteres das Leben schwerer machen, denn da half alles schieben nichts mehr. Wir fingen also an den Matsch weg zu graben, den Untergrund mit Stöckern und Steinen zu befestigen, damit die Reifen wieder Grip bekommen und die Tour weitergehen konnte. Auf die Frage der zwei Grazien, ob diese Situation für uns gefährlich sei – Aussteigen ist im Nationalpark nämlich verboten – bejahte der Guide scherzhaft und empfahl, sich möglichst in der Nähe des Autos aufzuhalten und nicht herum zu spazieren. Die Reaktion auf diese Frage, brachte den beiden die blanke Panik… Als ich ihnen erklärt hatte, dass wir doch ins Auto gehen können, falls ein Tier kommt, meinten sie dann auch noch, dass der Löwe schließlich auch durch die Scheibe in das Auto springen könne. Ja, der hat auch sonst nichts zu tun! Irgendwann wussten wir dann auch nicht mehr was wir den beiden noch erzählen sollten, die sich mit einer Tüte Kekse auf die Rückbank verzogen hatten. Ehrlich gesagt war es mir mittlerweile auch vollkommen Wurst! Nachdem die beiden dann noch vom Guide verlangt haben, er solle sofort telefonisch Hilfe anfordern, wurde auch er sich seiner folgeschweren Antwort bewusst. Das nächste Mal würde er sie wohl auf einen Spaziergang schicken?! 😉 Kurz darauf hatten wir das Auto wieder frei und es konnte weitergehen. Ein Fakt der uns allen Erleichterung brachte, ob nun um der Tour oder der Nerven willen.

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Auf den Schock erstmal ein Bier.
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Giraffe.
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Gnu mit Jungen bei Fuß.

Endlich durfte ich also wieder die schönen Giraffen bestaunen, ich finde diese Tiere wirklich toll. Elegant und irgendwie wirken sie dümmlich zugleich… Ich könnte mir auf jeden Fall gut eine zu Hause im Garten vorstellen. 😉 Herden von Zebras inklusive Fohlen sahen wir eigentlich den ganzen Tag über. Das gute an der Regenzeit war nämlich wiederum, dass so gut wie alle Tiere Junge bei Fuß hatten. Wirklich witzig die kleinen Ponys, die 1,10 bis 1,60 Meter groß sind, wobei ich gefühlt eher 1,10 geschätzt hätte. Mindestens genau so stur und mürrisch wie so manches Pony präsentierten sie sich uns, wenn sie nicht gerade einfach nur umherwanderten, sondern bockend miteinander spielten. Neben Giraffen und Zebras sahen wir Springbockherden, Gnus, Elanantilopen, Erdmännchen, Strauße, Geparden, Warzenschweine, Oryxantilopen, Kudus und eine Hyäne, an dessen Seite die Geier bereits warteten das diese aufgegessen hatte.

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Ich weiß, ganz schön viele Giraffenbilder… 🙂

Außerdem sahen wir einen Löwen, oder besser gesagt wir hörten ihn, denn er präsentierte sich uns leider nur als gelber Fleck am Horizont. Sein brüllen war aber, würde ich sagen, ebenso beeindruckend. „Roarr“! Es war gar nicht nur der Ton, sondern viel mehr das Gefühl, das er mit seinen Lauten den gesamten Nationalpark erschüttern könne und der uns allen durch Mark und Bein ging. Als wir am Abend die Zelte im zweiten Camp errichtet hatten und gemütlich bei einem Bier am Feuer auf das Abendessen warteten, brüllte erneut ein Löwe… ebenso wie als wir gegen Mitternacht alle in unseren Zelten lagen. Er muss ungefähr fünf Kilometer von uns entfernt gewesen sein und doch fühlte es sich an, als wäre er direkt neben mir. Wahnsinn!

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Geparden.
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Zebra im Galopp.

An Tag drei ging es für uns zurück nach Windhoek, von wo aus nahezu das gesamte Hostel wenige Tage später in Richtung Westen zur Küstenstadt Swakopmund aufgebrochen ist. Dazu gibt es in den kommenden Tagen mehr zu lesen, sobald ich es denn mal schaffe, die Bilder hochzuladen…

Meer geht immer.

Anna

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